Gestern bis Heute (Zeitungsartikel aus: "Wald + Holz")

Fritz Abbühl wurde 1947 in Därstetten im Simmental geboren und zog 1970 zu seiner künftigen Frau ins obere Emmental. Der stotzige Bauernbetrieb umfasste aber nur etwa 8 ha Land und 6 ha Wald – zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben; er war auf Nebenerwerbe angewiesen. So verdiente er sich in den 1980er- Jahren unter anderem als Akkordant im Staatswald ein Zubrot. Und er erinnert sich: «Mit den damaligen Hilfsmitteln war es uns möglich, in kurzer Zeit einige hundert Kubikmeter Nutzholz aufzurüsten. Dann kam aber jeweils die Verarbeitung der paar anfallenden Kubikmeter Brennholz. Das gab unverhältnismässig viel – und darüber hinaus schlecht bezahlte – Handarbeit. Mir schien immer, diese Arbeit müsste sich doch rationeller machen lassen.»

So beschaffte sich der unternehmerisch denkende Abbühl 1982 einen Krananhänger und 1984 einen Pöttinger-Zapfwellenhacker und verdingte sich mit den Maschinen beim Staatswald, aber auch bei Privaten. Doch damals wollte noch niemand so recht an die Technik des Schnitzel-Brennholzes glauben. Das Geschäft harzte. Für einen ersten Lichtblick sorgte dann aber die Käserei Eggiwil, die im Jahre 1990 eine Schnitzelfeuerung einrichtete – nicht zuletzt natürlich, weil mit Fritz Abbühl ein zuverlässiger Schnitzellieferant vorhanden war. In Eggiwil und darum herum entstanden nach und nach weitere – zumeist kleinere – Schnitzelfeuerungen. Als dann 1997 auch noch die Heimstätte Bärau hinzu kam, mit einem jährlichen Bedarf von 8000 m3 Schnitzel, war der Grundstein für das Hackunternehmen Abbühl gelegt. Von kantonaler Forstseite hiess es zwar, das Holz dafür käme unmöglich zusammen. «Aber es kam», schmunzelt Fritz Abbühl. Doch die Probleme blieben nicht aus. Der wenig leistungsfähige Hacker beziehungsweise der zu schwache Antrieb über den Traktor hatte zur Folge, dass die Schnitzel einen zu hohen Feinanteil enthielten und nicht optimal brannten. Und vor allem war die Maschine sehr störungs- und reparaturanfällig. Deshalb entschied Karl Wüst, der in Eggiwil eine mechanische Werkstatt betrieb und den Hacker auf ein Fahrgestell gebaut hatte, eines Tages: «Jetzt baue ich selber einen Hacker.» Das war der Anfang einer anderen Erfolgsgeschichte: Heute sind Wüst-Hacker fast in ganz Europa anzutreffen. Aber auch dieser Anfang war schwer. Die erste Wüst-Maschine musste x-mal umgebaut und verbessert werden. Das brachte Wüst und auch Abbühl finanziell in arge Nöte. «Mehr als einmal rang Karl verzweifelt die Hände und wollte den Schweissbrenner holen und den Hacker stückweise nach Gerlafingen zum Einschmelzen bringen», erinnert sich Abbühl lachend. Aber schlussendlich kam es dann doch gut heraus, der Hacker lief.